Matthias Steiner, Olympiasieger im Superschwergewicht und früherer Inhaber eines Körpergewichts von 150 Kilogramm, hat nach dem Ende seiner aktiven Karriere 50 Kilogramm abgenommen. Seine Geschichte liefert praktische Einblicke für Menschen, die ihre Ernährung und Fitness verbessern wollen – besonders für Personen mit Diabetes, für die die mentale Herausforderung beim Abnehmen noch größer sein kann.
Matthias Steiners persönliche Gewichtsreise
Darüber schreiben wir in diesem Beitrag
Steiner wog während seiner aktiven Zeit beeindruckende 150 kg. Im Jahr 2008 gewann er die Olympische Goldmedaille in Peking, obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits an Typ-1-Diabetes litt. Nach seiner sportlichen Laufbahn entschied er sich bewusst für einen Strategiewechsel: Statt weiter zuzunehmen, reduzierte er sein Gewicht um 50 kg. Dabei betont er, dass das Körpergewicht zunächst Teil einer sportlichen Strategie war – er hatte 2010 etwa zehn Prozent Körperfett und war ein „Modellathlet“, doch er „extrem gehungert“ sei, was zu einer späteren Gewichtszunahme von 40 kg führte. Die extreme Routine von drei Tellern Nudeln und Kohlenhydrat-Shakes pro Tag war für ihn nicht nachhaltig.
Ernährung: Kohlenhydrate bewusst steuern
Als er etwa 130 kg wog, stellte Steiner seine Ernährung radikal um: mehr Protein, weniger Kohlenhydrate. Er betont, dass Abnehmen „grundsätzlich eher eine mentale Herausforderung“ sei. Durch seine Diabetes-Erfahrung weiß er, dass unterschiedliche Lebensmittel unterschiedliche Insulin-Bedarfe haben – eine Pizza erfordert mehr Insulin als Gemüse oder Eier. Trotzdem positioniert er sich nicht als „Low-Carb-Papst“, sondern empfiehlt einen bewussteren Umgang mit Kohlenhydraten.
Dokumentation der Mahlzeiten – Praxisnah und effektiv
Steiner rät, jede Mahlzeit zu notieren oder zu fotografieren, um versteckte Kalorien aufzudecken. Diese Methode entspricht wissenschaftlichen Erkenntnissen: Eine Studie aus dem Jahr 2020 (S1) zeigte, dass das Kalorienzählen im Durchschnitt zu einem Gewichtsverlust von 4,4 kg führt. Die Dokumentation hilft, unbewusste Essgewohnheiten zu erkennen und fördert die Selbstdisziplin – ein zentraler Punkt in Steiners Ansatz.
Bewegung und Schlaf als Schlüsselkomponenten
Neben der Ernährung legt Steiner großen Wert auf Bewegung und Schlaf. Er empfiehlt, eine Sportart zu finden, die Spaß macht, und betont, dass ausreichender Schlaf ein „Gamechanger“ sei. Schlaf beeinflusst Stoffwechsel, Leistungsfähigkeit und Essverhalten enorm.
Wissenschaftliche Evidenz: Kalorienzählen und Schlaf
Die folgenden Studien untermauern Steiners Empfehlungen:
- Durchschnittliche Gewichtsreduktion durch Kalorienzählen – 4,4 kg (2020, Quelle S1, The Effects of Self-Monitoring on Weight Loss )
- Zusammenhang Schlafdauer und Körpergewicht – Personen mit weniger als 7 Stunden Schlaf haben ein 55 % höheres Risiko für Übergewicht (2021, Quelle S2, Sleep Duration and Weight Gain )
Diese Zahlen zeigen, dass sowohl die bewusste Kalorienaufnahme als auch ausreichender Schlaf messbare Effekte auf das Körpergewicht haben.
Risiken und Gegenargumente: Jo-Jo-Effekte bei extremen Diäten
Ein wichtiger Gegenpunkt ist das Risiko von Jo-Jo-Effekten bei extremen Diäten. Drastische Gewichtsverluste können häufig zu einem Rückfall in alte Essgewohnheiten führen. Steiner warnt davor, extreme Routinen wie „drei Teller Nudeln am Tag plus Kohlenhydrat-Shakes“ langfristig beizubehalten. Stattdessen empfiehlt er eine moderate Reduktion der Kohlenhydrate und eine nachhaltige Dokumentation der Ernährung.
Häufig gestellte Fragen
Wie wichtig ist die Dokumentation der Ernährung?Die Dokumentation hilft, unbewusste Essgewohnheiten zu erkennen und fördert die Selbstdisziplin, was zu einer effektiveren Gewichtsreduktion führt.
Fazit
Matthias Steiners Weg von 150 kg auf 100 kg demonstriert, dass eine Kombination aus bewusster Kohlenhydrat-Steuerung, konsequenter Dokumentation der Mahlzeiten, regelmäßiger Bewegung und ausreichend Schlaf zu nachhaltigem Gewichtsverlust führen kann. Die wissenschaftlichen Studien zu Kalorienzählen (-4,4 kg) und zu Schlaf (-55 % Risiko bei < 7 h) bestätigen die praktische Erfahrung des Olympiasiegers. Gleichzeitig warnt er vor extremen Diäten, die Jo-Jo-Effekte auslösen können. Für Menschen mit Diabetes bietet Steiners Ansatz einen besonders wertvollen Rahmen, da er die mentale Komponente und die spezifischen Anforderungen an den Insulinbedarf berücksichtigt. Wer diese einfachen, aber fundierten Strategien anwendet, kann seine Gesundheit langfristig verbessern und ein gesünderes Körpergewicht erreichen.




