Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass ein moderates wöchentliches Trainingspensum von Kraft- und Ausdauerübungen nicht nur das Risiko für vorzeitigen Tod senkt, sondern auch zahlreiche chronische Erkrankungen positiv beeinflusst. Die zentrale Botschaft lautet: Mehr ist nicht immer besser – ein gut dosierter Trainingsumfang von 90 bis 119 Minuten Krafttraining pro Woche, kombiniert mit regelmäßiger Cardio-Betätigung, liefert die größten gesundheitlichen Nutzen.
Warum moderate Trainingsumfänge entscheidend sind
Darüber schreiben wir in diesem Beitrag
Die Studie von Peterson et al. (2023) analysierte über zehn Jahre Daten von Erwachsenen und stellte fest, dass ein wöchentlicher Krafttrainingsumfang von 90-119 Minuten das Sterberisiko um 13 % reduziert im Vergleich zu Personen ohne Krafttraining. Gleichzeitig zeigte sich, dass Trainingsvolumina über 120 Minuten keinen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen erbrachten. Diese Erkenntnisse stärken die These, dass ein ausgewogenes, realistisches Trainingspensum wirksamer ist als extreme Belastungen.
Krafttraining: Wie viel ist optimal?
Risikoreduktion bei 90-119 Minuten pro Woche
- 13 % geringeres Risiko für vorzeitigen Tod im Vergleich zu Untrainierten (Peterson et al., 2023).
- 19 % geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Analyse über 10 Jahre, 2023).
- 27 % geringeres Risiko für neurologische Erkrankungen, wenn Krafttraining mit Ausdauer kombiniert wird (2023).
Im gleichen Untersuchungsrahmen wurde kein signifikanter Mehrwert bei mehr als 120 Minuten Krafttraining pro Woche nachgewiesen. Das bedeutet, dass ein Trainingsplan mit zwei bis drei Kraft-Einheiten pro Woche ausreichend ist, um in den vorteilhaften Bereich zu gelangen.
Kombination von Kraft- und Ausdauertraining: Der Gesundheitsschub
Ein weiterer zentraler Befund ist, dass die Kombination beider Trainingsformen die gesundheitlichen Effekte weiter verstärkt. Teilnehmer, die sowohl Kraft- als auch Ausdauertraining regelmäßig durchführten, wiesen ein um bis zu 45 % niedrigeres Risiko für Gesamtsterblichkeit auf als Personen, die kaum Ausdauertraining und kein Krafttraining machten. Die Daten belegen, dass nicht nur einzelne Trainingsarten, sondern deren sinnvolle Verzahnung entscheidend ist.
Zusätzlich zeigte die Studie, dass bereits geringe Mengen Krafttraining positive Effekte bei krebsspezifischen Todesfällen hatten – ein Hinweis darauf, dass verschiedene Gesundheitsbereiche von unterschiedlichen Trainingsumfängen profitieren können.
Wichtige Daten und Fakten im Überblick
- Empfohlener wöchentlicher Umfang für Krafttraining: 90-119 Minuten (Quelle S1, 2023).
- Reduktion des Sterberisikos durch Krafttraining: 13 % (Quelle S1, 2023).
- Reduktion des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 19 % (Quelle S1, 2023).
- Reduktion des Risikos für neurologische Erkrankungen bei kombiniertem Training: 27 % (Quelle S1, 2020).
- Zusätzlicher Nutzen durch Kombination von Kraft- und Cardio-Training: bis zu 45 % geringeres Sterberisiko gegenüber kaum aktivem Lebensstil.
Praxisnahe Empfehlungen und FAQ
Auf Basis der genannten Studienergebnisse lassen sich klare Handlungsanweisungen ableiten:
- Planen Sie zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche ein, sodass Sie insgesamt 90-119 Minuten erreichen.
- Integrieren Sie regelmäßige Cardio-Einheiten (z. B. 30 Minuten moderates Joggen, Radfahren oder zügiges Gehen) mindestens dreimal pro Woche.
- Setzen Sie auf klassische Grundübungen, die in der Studie erfasst wurden: Liegestütze, Kniebeugen und Ausfallschritte.
Häufig gestellte Fragen
- Wie oft sollte ich Krafttraining machen? Mindestens zwei- bis dreimal pro Woche, um die gesundheitlichen Vorteile zu erzielen.
- Welcher Trainingsmix ist empfehlenswert? Eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining maximiert die gesundheitlichen Effekte.
Kritische Betrachtung: Korrelation vs. Kausalität
Die Studienergebnisse beruhen auf Beobachtungsdaten und Selbstangaben zu Trainingsumfang, Intensität und Trainingsgestaltung. Daher können die Befunde keine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung beweisen. Lesende sollten sich bewusst sein, dass die genannten Risikoreduktionen als Zusammenhänge zu verstehen sind und nicht als garantierte Effekte bei jeder individuellen Trainingsausführung.
Was Sie aus den Ergebnissen für Ihr Training mitnehmen können
Die wichtigsten Praxisimplikationen lassen sich kurz zusammenfassen:
- Setzen Sie auf ein realistisches Trainingspensum, das sich leicht in den Alltag integrieren lässt.
- Vermeiden Sie das Prinzip „mehr ist besser“ – ab 120 Minuten Krafttraining gibt es keinen nachweisbaren Mehrwert.
- Kombinieren Sie Kraft- und Ausdauertraining, um das Risiko für chronische Erkrankungen deutlich zu senken.
- Beachten Sie die Limitationen der Studien: Selbstberichtete Daten, keine Messung der Intensität, mögliche Einflussfaktoren bleiben unkontrolliert.
Fazit
Moderates Krafttraining von 90 bis 119 Minuten pro Woche, ergänzt durch regelmäßige Cardio-Einheiten, stellt den effektivsten Ansatz dar, um das Risiko für vorzeitigen Tod, Herz-Kreislauf- und neurologische Erkrankungen zu reduzieren. Mehr Training bringt keinen zusätzlichen Nutzen und kann sogar zu Überlastung führen. Die Kombination beider Trainingsformen maximiert die gesundheitlichen Effekte und bietet ein praktikables, alltagstaugliches Modell für langfristige Gesundheit. Nutzen Sie die gewonnenen Erkenntnisse, um Ihr Trainingsprogramm gezielt zu optimieren – nicht mehr, sondern besser kombiniert.




