Proteine sind die Bausteine des menschlichen Körpers. Sie sorgen für stabile Muskeln, Haut und Bindegewebe, wirken als Enzyme und Hormone und unterstützen nahezu alle Stoffwechselprozesse. Eine ausreichende Eiweißzufuhr ist deshalb entscheidend für Gesundheit, Muskelaufbau und einen funktionierenden Stoffwechsel.
Was sind Proteine und welche Aufgaben übernehmen sie im Körper?
Darüber schreiben wir in diesem Beitrag
Proteine geben dem Körper Halt und Elastizität. Sie bilden Muskeln, Haut, Bindegewebe und übernehmen wichtige Funktionen als Enzyme und Hormone. Laut Ernährungsmediziner Andreas Pfeiffer, Seniorprofessor an der Berliner Charité, sind Proteine an nahezu allen wichtigen Vorgängen von der Verdauung bis zur Muskelarbeit beteiligt.
Empfohlene tägliche Eiweißzufuhr für verschiedene Altersgruppen
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt klare Richtwerte für die tägliche Eiweißzufuhr:
- Gesunde Erwachsene: mindestens 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag (Quelle S1, 2023).
- Ältere Menschen: 1,0 – 1,2 g pro Kilogramm Körpergewicht, um den Verlust von Muskelmasse zu verhindern (DGE, 2023; Messwert 1,2 g/kg, 2023).
- Schwangere, Stillende und Personen mit intensiver sportlicher Belastung haben einen erhöhten Bedarf.
Ein praktischer Ansatz von Pfeiffer empfiehlt, zu jeder Mahlzeit etwa 30 g Protein zu verzehren – so ist der Tagesbedarf in drei Mahlzeiten gedeckt, ohne auf Pulver oder Shakes zurückgreifen zu müssen.
Warum der Bedarf im Alter steigt
Im Alter nimmt die Muskelmasse natürlicherweise ab. Eine höhere Eiweißzufuhr von bis zu 1,2 g/kg unterstützt den Erhalt von Muskelkraft und -masse. Die Angabe von 1,2 g/kg (Jahr 2023) verdeutlicht die Relevanz für ältere Menschen.
Tierische vs. pflanzliche Proteinquellen: Qualität und biologische Wertigkeit
Die Qualität von Proteinquellen wird häufig durch die biologische Wertigkeit (BW) beschrieben – ein Maß dafür, wie effizient die aufgenommenen Aminosäuren im Körper genutzt werden können.
- Tierische Proteine: BW von 90 – 100 (AJCN, 2023, Quelle S2).
- Pflanzliche Proteine: meist niedriger als die tierischen Werte, können jedoch durch geschickte Kombinationen ausgeglichen werden.
Tierische Lebensmittel liefern Aminosäuren häufig in günstigen Kombinationen. Pflanzliche Quellen können den Bedarf decken, wenn sie richtig kombiniert werden – zum Beispiel Haferflocken mit Nüssen und Samen oder Lupinen- bzw. Sojaprodukte mit Vollkornbeilage.
Beispiele für proteinreiche Lebensmittel (pro 100 g)
| Tierische Quellen | Eiweißgehalt (g) |
|---|---|
| Parmesan | 36 |
| Hähnchenbrust | 31 |
| Gouda (30 % Fett) | 30 |
| Lachs | 20 |
| Quark, halbfett | 14 |
| Ei, gekocht | 12 |
| Pflanzliche Quellen | Eiweißgehalt (g) |
|---|---|
| Lupinen | 36 |
| Erdnüsse | 28 |
| Leinsamen | 20 |
| Haferflocken | 13 |
| Linsen, gegart | 9 |
Praktische Tipps zur optimalen Eiweißaufnahme im Alltag
- Plane zu jeder Mahlzeit eine Eiweißquelle ein – Frühstück, Mittag- und Abendessen jeweils etwa 30 g Protein.
- Setze auf naturbelassene Quellen: Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Fisch, Geflügel, Eier oder fermentierte Milchprodukte.
- Vermeide stark verarbeitete Produkte wie Wurst oder Fleischersatz, da sie häufig viel Salz, ungünstige Fette und Zusatzstoffe enthalten.
- Für Vegetarier und besonders Veganer: Kombiniere verschiedene pflanzliche Lebensmittel (z. e. Hafer + Nüsse, Lupinen + Vollkorn), um ein komplettes Aminosäureprofil zu erreichen.
- Beim Muskelaufbau reicht Protein allein nicht: Körperliche Belastung von mehr als fünf Stunden pro Woche ist nötig, jedoch kann der erhöhte Bedarf meist durch normale Ernährung gedeckt werden.
FAQ – Die besten pflanzlichen Eiweißquellen
Frage: Welches sind die besten pflanzlichen Eiweißquellen?
Antwort: Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen, Nüsse und Samen sind hervorragende pflanzliche Eiweißquellen.
Risiken bei unausgewogener Eiweißversorgung
Eine rein vegetarische oder vegane Ernährung kann ohne sorgfältige Planung zu einer Unterversorgung führen. Es ist wichtig, die Kombination von pflanzlichen Proteinen bewusst zu wählen, um den gesamten Aminosäurebedarf zu decken.
Fazit
Proteine sind unverzichtbare Bausteine für den menschlichen Körper. Die DGE empfiehlt für gesunde Erwachsene mindestens 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich; ältere Menschen sollten 1,0 – 1,2 g/kg anstreben, um Muskelverlust entgegenzuwirken. Tierische Lebensmittel besitzen in der Regel eine höhere biologische Wertigkeit (90-100), doch auch pflanzliche Quellen können den Bedarf decken, wenn sie sinnvoll kombiniert werden. Praktische Alltagstipps – wie die Planung von etwa 30 g Protein pro Mahlzeit und die Auswahl naturbelassener Lebensmittel – helfen dabei, den Eiweißbedarf ohne Nahrungsergänzungsmittel zu erfüllen. So bleibt die Muskulatur stark, der Stoffwechsel effizient und die Gesundheit langfristig gesichert.




